Aktuell

Besuch aus der Po-Ebene

Nachdem eine Delegation der Hochschule Rapperswil HSR und der Linthebene-Melioration im vergangenen Herbst zu einer Fachexkursion in die Po-Ebene eingeladen war, erfolgte am 21. Mai 2019 ein Gegenbesuch der Organisation AIPO (Agenzia Interregionale per il fiume Po), die für die Hochwassersicherheit im Flussbecken des Po verantwortlich ist. Nach einer kurzen Begrüssung und Vorstellung wurden das Pumpwerk Uznach (im Bild) und mehrere ausgeführte Revitalisierungsprojekte in der Linthebene besichtigt. Das rege Interesse der Besucher machte deutlich, dass die Gewässerrevitalisierung auch in der Po-Ebene ein aktuelles Thema ist.


Zustandsaufnahme Kessizopfbrücke

Die meisten der 72 Brücken der Linthebene-Melioration wurden zu einer Zeit dimensioniert, als die Fahrzeuge in der Linthebene noch leichter, kleiner und seltener waren.  Aufgrund des Alters und der Belastungszunahme besteht die Gefahr, dass die Bauwerke an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gelangen. Die Kontrolle des Brückenzustandes ist deshalb eine Daueraufgabe der Linthebene-Melioration.

Gegenwärtig wird die Brücke über den Mühlemooskanal im Kessizopf, Tuggen, im Rahmen einer studentischen Projektarbeit unter die Lupe genommen. Das Untersuchungsprogramm umfasst unter anderem eine Belastungsprobe, eine Schwingungsanalyse und die Bewehrungsaufnahme durch ein Georadar (siehe Bild). Die Ergebnisse dieser Untersuchungen dienen in erster Linie als Grundlage und zur Verifikation für die statischen Berechnungen. Dadurch sind zuverlässige Aussagen zum Tragwiderstand der Brücke möglich. Bei ungenügendem Widerstand können Nutzungsbeschränkungen, Ertüchtigungsmassnahmen oder gar ein Ersatz der Brücke angezeigt sein.


Strassensanierungen 2019

Die Linthebene-Melioration legt den erweiterten Strassenunterhalt in der Regel bewusst zwischen die kalten Wintermonaten und die Hauptvegetationszeit. In diesem Frühling stehen sieben Strassenabschnitte mit einer Gesamtlänge von 6.7 km auf dem Programm.

Im Kanton St. Gallen werden die Belagsstrassen Dorfbachstrasse Bösch (Kaltbrunn), Escherheimstrasse (Schänis), Obere Starrbergstrasse und Rietstrasse (beide Benken) saniert. Im Kanton Schwyz sind nebst der Kiesstrasse in der Dünneten (Reichenburg) auch die asphaltierte Parallelstrasse zum Autobahnzubringer (Reichenburg) sowie die Belagsstrassen Dürrbachkanalstrasse und Teuffistrasse (beide Schübelbach) zur Instandstellung vorgesehen. Sämtliche Arbeiten werden durch spezialisierte Unternehmen aus der Region ausgeführt.


Neue Hecke am Fähribach

Bachbegleitende Hecken bieten nicht nur willkommene Beschattung der Wasserfläche, sondern dienen auch als Lebensraum und Vernetzungselement in ausgeräumten Landschaften. Aus diesen Gründen wurde im Rahmen des Vernetzungsprojekts Galgenen-Schübelbach eine rund 100 m lange Hecke am Fähribach neu angelegt. Der Gehölzstreifen befindet sich auf der Eigentumsgrenze zwischen dem Gewässergrundstück der Linthebene-Melioration und dem benachbarten Landwirtschaftsland. Die Pflanzung erfolgte denn auch gemeinschaftlich durch Landwirte, die Werkgruppe der Linthebene-Melioration und Mitarbeiter der Suisseplan Ingenieure. Auf der Pflanzliste standen über 200 Jungpflanzen verschiedener einheimischer Straucharten. Dank dem tüchtigen Einsatz der Pflanzgruppe und unterstützt durch ein Erdbohrgerät konnte die Pflanzung innerhalb eines Nachmittags umgesetzt werden. Bis die Hecke in einigen Jahren die erhoffte Vernetzungs- und Beschattungsfunktion erfüllen kann, wird jedoch noch einiges an Pflegearbeit erforderlich sein.


Ringeln von Robinien

Ende der 50er Jahre wurden im Gebiet Doggen Robinienreihen entlang der Kanäle gepflanzt. Der raschwüchsige Baum, der auch als falsche Akazie bekannt ist, gilt heute als invasiver Neophyt. Die Robinienvorkommen entlang von Gewässern sollen deshalb möglichst reduziert und durch standortgerechte, einheimische Gehölze ersetzt werden.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Robinien nach dem Fällen mit starkem Stock- und Wurzelausschlag reagieren. Damit eine weitere Verbreitung vermieden werden kann, wurde im Frühjahr 2019 auf kurzen Abschnitten eine Bekämpfung durch Ringeln angewandt. Dadurch kann der Baum geschwächt und nach wenigen Jahren gefällt werden, ohne dass sich ein unerwünschter Teppich aus Wurzelausschlägen bildet.


Abfischen im Rufibach

Der maschinelle Gewässerunterhalt der Linthebene-Melioration erfolgt jeweils in Absprache mit dem zuständigen Fischereiaufseher. Auf dessen Anordnung wurde am 5. Januar 2019 ein Abschnitt des Rufibachs in Schänis durch den Fischereiverein See+Gaster abgefischt. Die entsprechende Bestandeserhebung zeigt ein positives Bild. Auf einer Strecke von 455 m konnten insgesamt 1086 Fische abgefischt und in anderen Gewässern wieder eingesetzt werden. Besonders erfreulich ist das grosse Vorkommen des gefährdeten Bachneunauges, das zusammen mit dem Nachweis von sechs weiteren Fischarten als Zeugnis für sehr gute Wasserqualität gewertet werden darf.


Regierungsrätlicher Besuch in der Linthebene

Der für die Linthebene-Melioration zuständige St. Galler Regierungsrat Dr. Bruno Damann besuchte am 29. August 2018 zusammen mit dem  Vorsteher des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) Dr. Dominik Thiel die Linthebene-Melioration.

Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte und die Bedeutung des Werks erhielten die Gäste auf einer Rundfahrt einen Eindruck von den Anlagen und von einigen aktuellen Themen. Unter anderem wurden der Erlenweiher in Schänis, der Sumpfauslauf im Hänggelgiessen Benken, das Pumpwerk Uznach sowie der revitalisierte Hogglibach in Reichenburg besichtigt und zusammen mit den begleitenden Präsidenten von Aufsichtsrat und Verwaltungskommission lebhaft diskutiert.


Neue Lebensräume fürs Hermelin

Während eines Gewitters im Sommer 2018 wurde eine ältere Weide am Gastergraben im Kaltbrunner Riet geworfen. Der Baumstrunk konnte erhalten werden und bietet nun einer Vielzahl von Organismen wertvollen Lebensraum und Nahrung. Der Stamm und das Astmaterial mussten aus Unterhaltsgründen aus dem Gerinnebereich entfernt werden.

Mit dem Abraum konnten Fördermassnahmen für das Hermelin umgesetzt werden. In einer nahen Baumallee mit Vernetzungsdefizit wurden zwei neue Asthaufen angelegt. Damit sich diese als Versteck oder gar als Aufzuchtkammer für den scheuen Mausjäger eignen, müssen beim Aufbau bestimmte Regeln eingehalten werden. Zwei Mitarbeiter der Linthebene-Melioration wurden an einem Kurs eigens für die fachgerechte Erstellung von Asthaufen geschult. In den Hecken und Windschutzstreifen der Linthebene-Melioration bestehen mehrere Asthaufen, die von unserer Werkgruppe unterhalten und gelegentlich mit neuem Astmaterial ergänzt werden.

xeiro ag