Natur und Nutzung im Einklang

Die Linthebene Melioration steht nicht in einem luftleeren Raum. Neben ihr existiert seit Jahrzehnten das Linthwerk, das im Wesentlichen für den Linthkanal und die beiden Hintergräben die Verantwortung trägt. In diesem Zusammenhang nimmt bzw. nahm die Linthebene-Melioration Einsitz in der Projektorganisation von drei grossen Projekten.

Hochwasserschutzprojekt Linth 2000

Studien und Überprüfungen zeigen, dass die Hochwasserdämme des Linthwerks den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Insbesondere bei länger andauernden Hochwassersituationen am Linthkanal und in den Hintergräben werden die Dämme derart stark durchnässt, dass deren Stabilität stark eingeschränkt wird. Um die geforderte Hochwassersicherheit wieder herzustellen, sollen die Dämme des Linthwerks schrittweise saniert und verstärkt werden. Das Bewilligungsverfahren für das entsprechende Projekt konnte im Januar 2009 mit einem Entscheid des Bundesgerichts abgeschlossen werden. Sowohl beim Escherkanal wie beim Linthkanal haben die Arbeiten begonnen.

Landwirtschaftliches Vorprojekt „Benken plus“

Das Ziel des Projektes war die Landbeschaffung für das Hochwasserschutzprojekt Linth 2000 sowie weitere Verbesserungen landwirtschaftlicher Infrastrukturen. Träger des Projektes sind das Linthwerk, die Linthebene-Melioration und die drei Gemeinden Benken, Kaltbrunn und Uznach. Federführend nach st. gallischem Recht ist die hauptsächlich betroffene Gemeinde Benken.

Das Vorprojekt wurde mit dem Schlussbericht vom 7. September 2005 abgeschlossen. Darin werden Vorranggebiete für Natur und Landschaft sowie für die Landwirtschaft definiert. Während sich der Landerwerb für Linth 2000 ausserhalb des Vorprojektes abwickeln liess, empfiehlt der Bericht, eine Pachtlandarrondierung weiter zu verfolgen. Weiter empfiehlt er die Erneuerung von Strassen, Brücken, Kanälen und Drainagesystemen und die Vergrösserung des Flurabstandes.

Die Linthebene-Melioration hat seit 2005 folgende Projekte umgesetzt:

  • Erneuerung der Rosenbergerstrasse
  • Erneuerung der Staffelrietstrasse
  • Erneuerung der Linthstrasse
  • Erneuerung der Rampen einer A53-Überführung
  • Erneuerung der D3-Kanal-Brücke
  • Reparatur der Altersheimbrücke
  • Erneuerung der Brücke beim Pumpwerk Grynau
  • Installation einer Rechenputzanlage beim Pumpwerk Grynau
  • Installation einer Rechenputzanlage beim Pumpwerk Uznach
  • Sanierung des Dükers am Rosenbergerkanal

Daneben werden laufend Drainagen, Kanäle, Naturstrassen und Hecken unterhalten. In nächster Zeit sollen zwei Flurstrassen im Burgerriet erneuert werden. Zudem wird die Tragfähigkeit der D2-Kanal-Brücke überprüft.

Entwicklungskonzept Linthebene (EKL)

Die Regierungen der Kantone Glarus, Schwyz und St. Gallen haben im Juni 2003 der Erarbeitung eines kantonsübergreifenden Entwicklungskonzeptes für die Linthebene zulasten des Hochwasserschutzprojektes Linth 2000 zugestimmt. In einem solchen Projekt sind die Defizite und Interessenkonflikte zwischen Ökologie, Raumordung, Landwirtschaft, (Nah-)Erholung, Infrastrukturen, usw. in der Linthebene kantonsübergreifend und koordiniert zu beurteilen und Lösungsansätze zu erarbeiten.
Die Bearbeitung des EKL erfolgt im Rahmen von fünf Teilprojekten (TP), die folgende Bereiche abdecken: TP1 Raumkonzept Landwirtschaft, TP2 Analyse Siedlungsentwässerung, TP 3 Siedlungsentwicklung, TP4 Erholung und Freizeit, TP5 Ökologisches Raumkonzept.
Die Teilprojekte wurden in einem Synthesebericht zusammengefasst, der am 7. April 2008 zusammen mit allen massgeblichen Projektakten den Akteure im Linthgebiet überreicht wurde. Neben der Linthebene-Melioration sind dies das Linthwerk, die Gemeinden, die kantonalen Raumplanungsämter und der neu gegründete Verein "Forum Lebendiges Linthgebiet" (FLL).

Diese Träger des Projektes haben im Herbst 2009 begonnen, Teile des EKL umzusetzen (Richtplanung der Kantone, Reitweg- und Langsamverkehrskonzept)

xeiro ag