Natur und Nutzung im Einklang

Erneuerung von Brücken

In der Gemeinde Tuggen genügt die Stahlbrücke über den Wildbachkanal (Schwarze Brücke) für die heutigen Lasten nicht mehr. Sie wird von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren, obwohl das zulässige Fahrzeuggewicht auf 8 t beschränkt ist. Die Brücke soll daher im Frühling 2010 ersetzt werden.

Analyse der Schäner/Benkner Ebene

Auf Grund der grossflächigen Überschwemmungen in der Schäner Ebene in den Jahren 2005 und 2006 hat die Linthebene-Melioration eine Ingenieurgemeinschaft mit der Analyse der Schäner Ebene beauftragt.

Die Situationsanalyse zeigt, dass die Vorgänge bei Hochwasser komplex sind und eine einfache Lösung nicht auf der Hand liegt. Das Grundwasser reagiert schnell und kann die Hochwassersituation erheblich beeinflussen. Eine Schlüsselstelle für die Bewältigung der Hochwasser ist der Grindbühl, wo vier Kanäle zusammengefasst und in den Sumpfauslauf geleitet werden. Die bestehenden Flurstrassenbrücken und SBB-Durchlässe haben auf das Hochwasser kaum einen Einfluss.

Die beauftragten Ingenieure haben mögliche Massnahmen sowie deren Wirkungen und Konsequenzen erarbeitet. Folgende Varianten wurden dabei geprüft:

  • Nullvariante - keine Massnahmen
  • Vergrösserung des rechten Linth-Hintergrabens (unterhalb Benkner Büchel)
  • Neubau eines Grosspumpwerks im Hänggelgiessen
  • Grossflächige Terrainaufschüttungen in Überschwemmungsgebieten
  • Gesteuerte Überflutung von Geländekammern
  • Wasserrückhaltung oberhalb der Schäner Ebene
  • Temporäre Abtrennung einzelner Kanäle
  • Vergrösserung der Vorflutkanäle
  • Sanierung von lokalen Schwachstellen
  • Schwachstellensanierung und Entschädigung von Überflutungsschäden

Die Analyse wurde im Herbst 2008 der Verwaltungskommission der Linthebene-Melioration und den betroffenen Gemeinden vorgestellt. Am 20. Januar 2009 wurde die Öffentlichkeit über das Ergebnis orientiert. Die Diskussionen an der Orientierung haben dazu geführt, dass im Bereich des Sumpfuslaufs zusätzliche Abklärungen vorgenommen werden.

Die Überflutungsstelle beim Ramisbach am 17. September 2006

Regionaler Entwässerungsplan Obere March

Das Dorf Tuggen steht seit Jahren unter erhöhter Hochwassergefahr wegen dem Tuggenerkanal. Dieser fliesst mitten durch das Dorf und wird vom Wasserspiegel des unterliegenden linken Hintergrabens und von den Einleitungen in den oberliegenden Gemeinden beeinflusst. Als Instrument für die Problemlösung bietet sich ein Regionaler Entwässerungsplan (REP) an. Einzugsgebiet ist die Linthebene südwestlich der Linth (ohne Kanton Glarus) sowie die Zuflüsse aus den Berghängen. Der REP hat unter anderem das Ziel, Massnahmen zur Verminderung der Hochwassergefahr zu ermitteln (z. B. Retentionsräume festlegen, Gewässerausbau etc.) und den Umgang mit dem Meteorwasser zu regeln (z. B. Ermittlung von Bedingungen zur Einleitung von Meteorwasser in die Gewässer).

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat am 24. April 2007 und am 12. November 2008 die Erarbeitung des REP Obere March beschlossen. Das Projekt wird von der Linthebene-Melioration geleitet, der Projektleitung gehören zudem je ein Vertreter des kantonalen Amtes für Umweltschutz und der betroffenen Schwyzer Gemeinden an. Die beauftragten Ingenieure haben die Arbeiten im Februar 2009 aufgenommen. Der Schlussbericht wird voraussichtlich Ende Juni 2010 vorliegen.

Der Tuggenerkanal in der Siedlung. Die abgelegte Vegetation zeigt den Hochwasserstand.

Periodische Wiederinstandstellung

Strassen benötigen laufend Unterhalt. Dennoch erreichen sie langfristig ihre Lebensdauer und müssen von Grund auf erneuert werden. Dieser Zeitpunkt lässt sich hinausschieben, wenn in festen Zeitabständen Substanz- und Werterhaltungsmassnahmen ergriffen werden (z. B. durch Ergänzung einer neuen Deckschicht und der Wiederherstellung des Wasserabflussregimes). Das Bundesamt für Landwirtschaft hat das Instrument der „periodischen Wiederinstandstellungen“ (PWI) entwickelt, um solche Werterhaltungen mit finanziellen Beiträgen zu fördern.

Die Linthebene-Melioration hat im Frühling 2005 für den Kanton Schwyz ein Projekt für die PWI öffentlich aufgelegt. Nachdem keine Einsprachen erfolgten, bewilligte der Regierungsrat des Kantons Schwyz das Projekt im Herbst 2005. Auch für den Kanton St. Gallen wurde ein PWI-Projekt erarbeitet. Im Sommer 2008 hat der Regierungsrat des Kantons St. Gallen die Meliorationsbeiträge für einen ersten Teil des Gesamtprojektes zugesichert. 

Für die PWI der Belagstrassen im Kanton Schwyz kamen folgende Massnahmen zur Anwendung:

  • ­Ergänzung mit einem Deckbelag: Auf die bestehende Strasse wird eine 4 cm dicke bituminöse Deckschicht aufgetragen. Verdrückungen und Schlaglöcher müssen zuvor geschiftet bzw. geflickt werden. Die Oberfläche wird fein und der Belag hat einen leichten Verstärkungseffekt. Die Massnahme ist aber recht teuer.
  • Ergänzung mit einem Kaltmikrobelag: Auf die bestehende Strasse wird ein ca. 1 cm mächtiger Kaltmikrobelag aufgebracht. Spurrinnen lassen sich mit diesem Belag ausgleichen. Die Oberfläche ist anfänglich rau, wird aber mit der Strassenbenützung zunehmend feiner. Die Kosten liegen zwischen dem Deckbelag und der Oberflächenbehandlung.
  • Ergänzung mit doppelter Oberflächenbehandlung: Verdrückungen und Risse werden vorgängig geschiftet bzw. vergossen. Danach wird die Strasse mit Bitumen angespritzt und Split abgestreut. Dieser Vorgang wird nochmals mit feinerem Split wiederholt. Schliesslich wird der Belag eingewalzt. Die neue Oberfläche wird etwas rauh, dafür ist die Massnahme sehr kostengünstig.

Das Projekt PWI für Belagstrassen wurde im Kanton Schwyz im Jahr 2009 abgeschlossen. Dabei wurden innert fünf Jahren insgesamt 15.5 km Strassen instand gestellt. Im Kanton St. Gallen wurden seit 2008 zwei Etappen ausgeführt.

xeiro ag