Natur und Nutzung im Einklang

Vielfältige Aufgaben – eine Übersicht

Das Konkordat (sGs 633.41, SRSZ 312.320.1) umschreibt die Aufgabenstellung folgendermassen:

  • Unterhalt, Erneuerung und Ergänzung der Werkanlagen
  • Erhaltung der Ertragsfähigkeit des Bodens im Beizugsgebiet
  • Förderung der Bewirtschaftung nach der Bodenbeschaffenheit
  • Abstimmung der Aufgabenerfüllung auf die Anliegen einer ausgewogenen ökologischen Entwicklung

Wiederkehrende Arbeiten

Der Unterhalt der umfangreichen Werkanlagen folgt den Jahreszeiten. So werden einzelne Unterhaltsarbeiten schwergewichtig entsprechend dem Verlauf der Vegetation und der Wasserstände in den Kanälen vollzogen:

  • Im Winter werden besonders Kanäle und Drainagen unterhalten
  • Im Frühling werden die Kiesstrassen ausgebessert und der Abraum aus den Kanälen landwirtschaftlich weiterverwertet
  • Im Sommer werden Belagsstrassen, Brücken und Unterwuchs in Windschutzanlagen unterhalten
  • Im Spätsommer und Herbst erfolgt der Schnitt der Wasserpflanzen sowie das Mähen der Kanalböschungen.

Für den Unterhalt stehen im Jahresablauf bis zu zehn Personen im Einsatz. Ein Grossteil des Personals rekrutiert sich aus Nebenerwerbslandwirten, die mit Schwergewicht im Winter zur Verfügung stehen.

Tuggen, alte Linth, maschineller Unterhalt (ULO-Matten)

Das geringe Gefälle der meisten Kanäle, der Schlammansatz sowie die Zuleitung von Wasser aus dem Siedlungsgebiet begünstigen den Pflanzenwuchs in ausserordentlichem Mass. Im Winterhalbjahr werden deshalb die Kanäle von Einwachsungen, seitlichen Böschungswulsten, Schlamm und dergleichen gereinigt. Dabei werden nach Bedarf auch die in den Böschungssicherungen fussenden Sträucher zurück geschnitten. In grösseren Kanälen erfolgt die Reinigung maschinell; in den mehrheitlich kleinen Kanälen erfolgt der Unterhalt von Hand. Drei bis vier Equipen sind von November bis März damit beschäftigt, den ungehinderten Abfluss der Gerinne wieder herzustellen.

Ebenfalls fast ausschliesslich im Winterhalbjahr erfolgen die Hochdruckspülungen der Drainagen (Sauger- und Sammlerleitungen bis zum Vorfluter). Da diese Arbeiten spezielle Ausrüstungen wie Spülgerät und Bagger erfordern, werden sie extern vergeben.

Im Frühling werden die Schlaglöcher in den Kiesstrassen, die während des Winters entstanden sind, ausgebessert. Ebenso werden die seitlichen Einwachsungen aus dem Landwirtschaftsland nach Bedarf abgerandet, so dass möglichst kein Wasser auf den Fahrbahnen liegen bleibt. Unterhaltsarbeiten an den Strassen, für die das Werk maschinell nicht ausreichend ausgerüstet ist, werden an Unternehmen der Region vergeben. Ebenfalls im Frühling wird der Abraum aus der Kanalreinigung verarbeitet. Das begehrte Material findet in der Landwirtschaft eine sinnvolle Weiterverwendung.

Im Sommer werden die Schlaglöcher auf den mit bituminösen Belägen versehenen Strassen ausgebessert. Ebenso werden die durch den Gebrauch entstehenden Spurrillen oder anderweitige Schäden eliminiert. Grossflächige Belagsarbeiten werden an spezialisierte Unternehmen vergeben, da für diese Arbeiten sowohl ausreichend Personal als auch die technischen Einrichtungen wie Einbaugerät oder Walzenspiel fehlen.

Unter Berücksichtigung der aus ökologischer Sicht angesetzten Schnittzeitpunkte erfolgt der betriebliche Unterhalt bei ausgewählten Kanalböschungen. So wird darauf geachtet, dass die an den extensiv genutzten Böschungen vorkommenden Pflanzen erst nach dem Versamen geschnitten werden. Somit kann das Werk dazu beitragen, dass wertvolle Lebensräume und deren Vernetzung entlang der Kanäle erhalten bleiben.

Uznach, F-Kanal, Mäharbeiten mit dem neuen Schneidboot

Im Spätsommer und im Herbst werden in den grösseren Kanälen die Wasserpflanzen vom speziell dafür entwickelten Schneidboot geschnitten. Damit kann effizient erzielt werden, dass die Kanäle nicht nach und nach verlanden und so ihre Funktion als Vorfluter für Siedlungsgebiete und Landwirtschaftsland einbüssen. Ein möglichst später Schnittzeitpunkt verhindert zudem, dass die äusserst vitalen Wasserpflanzen vor der Vegetationspause erneut aufwachsen. Es gibt allerdings Kanäle, die aufgrund ihrer speziellen Kondition (Gefälle, geringe Wasserführung und daher Erwärmung, Nährstoffeintrag) jährlich mehrmals gemäht werden müssen.

Ebenfalls im Sommer werden die frisch angelegten Heckenanlagen unterhalten. Dazu gehört in den ersten Jahren nach dem Pflanzen der Setzlinge das regelmässige Ausmähen. Ohne diese Massnahme würden die einheimischen Sträucher und Bäume durch das viel schneller wachsende Gras und durch Spezialisten wie Dornengestrüpp und Winden überwuchert und erstickt.

Im Herbst liegt der Schwerpunkt der Arbeiten beim Mähen der Kanalböschungen. Überall dort, wo die Böschungen nicht zur landwirtschaftlichen Nutzfläche zählen und deshalb von den Landwirten bereits genutzt worden sind, erfolgt nun der Schnitt der Vegetation, die ausreichend Zeit gefunden hat, sich natürlich zu verjüngen. Das Mähgut wird abgeführt und kompostiert, damit kein unnötiger Düngereintrag in die ohnehin belasteten Kanäle erfolgt. Liegen gelassenes Mähgut würde das Pflanzenwachstum im Folgejahr beschleunigen. Mit dem Mähen der Böschungen werden die Kanäle auch gleich für die Winterreinigung vorbereitet.

Im Herbst werden auch die neu entstandenen Schlaglöcher bei Kiesstrassen ausgebessert, so dass während des Winterhalbjahres möglichst wenig Wasser auf den Strassen liegen bleibt und die Strassen so eine höhere Lebensdauer haben.

Ständige Unterhaltsarbeiten

Uznach, Maschinensaal im Pumpwerk

Ständigen Unterhalt und Betreuung erfordern die sieben Pumpwerke, die sich im Eigentum des Werks befinden. Im unteren Teil der Linthebene sind die Grosspumpwerke Uznach, Grynau und Tuggen angeordnet. Sie heben das Drainagewasser und teilweise auch das Meteorwasser aus Baugebieten, das aufgrund der Höhenlage des Terrains natürlicherweise nicht den Anlagen des Linthwerks oder dem Zürichsee zugeleitet werden kann. Dabei wird das Wasser örtlich um rund zwei bis zweieinhalb Meter angehoben und hinter dem Pumpwerk in den Unterwasserkanal gleitet. Mit diesem Niveauanstieg wird es möglich, dass das gepumpte Wasser im Freispiegelgefälle in den Zürichsee fliessen kann.

Neben den Grosspumpwerken, die Leistungen von 3'200 bis 7'800 Liter pro Sekunde aufweisen, betreibt das Werk noch vier kleinere Pumpstationen, die das Wasser kleinräumiger Gebiete auf ein höheres Niveau pumpen. Die Leistungsfähigkeit dieser Pumpwerke beträgt maximal rund einen halben Kubikmeter pro Sekunde.

 

xeiro ag